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Splinter Cell
  Die Basis für PC-Spiele  





 
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Importversionen vs. Übersetzungen
Red AlertAnfang der 90er Jahre war die Problemlage in der Spielebranche genau andersherum: damals gab es fast nur englische bzw. amerikanische Hersteller von Computer-Programmen - deutsche Versionen waren Mangelware, von guten Übersetzungen ganz zu schweigen. Es gab natürlich auch erwähnenswerte Ausnahmen, wie z.B. Monkey Island, für dessen Übersetzung Boris Schneider verantwortlich zeichnete, den viele noch als Redakteur von Power Play oder PC Player kennen. Doch meistens musste man mit den englischen Versionen vorlieb nehmen, ob man wollte oder nicht. Positiver Nebeneffekt war, dass man seine Englischkenntnisse "spielend" aufbessern konnte.
 
Unsägliche Anfänge:
Als dann deutsche Publisher das Gewinnpotential des neuen Mediums für sich entdeckten und Computerspiele immer mehr an Popularität gewannen, erschienen auch zunehmend lokalisierte Versionen von englischsprachigen Originalversionen. Vor allem am Anfang war das Ergebnis oft grauenhaft, voller Stilblüten und mit dem Aufkommen von Sprachausgabe häufig auch mit laienhaften Sprechern vertont. Bestes Beispiel für Stilblüten war Sid Meier's ansonsten tadelloser Klassiker Civilization (auch der 2. Teil), der vor Grammatik- und Sinnfehlern nur so strotzte ("Rom baut Siedler", "Wir empfehlen bauen Streitwagen"). Bei der Sprachausgabe fiel das auch sonst mittelmässige Adventure Flight of the Amazon Queen negativ auf; gelangweilte Sprecher und grauenvolle Betonung gaben dem Spielspaß den Rest.
 
Kein leichter Job:
Civ 2Der Grund dafür lag, wie immer, bei den hohen Kosten für eine anständige Lokalisierung. Um Geld zu sparen, setzten sich häufig englischsprachige Entwickler mit deutschem Wörterbuch hin und bescherten uns so spaßige Übersetzungen wie "Spaßknüppel" (Joystick) oder "Spielpolster" (Gamepad). Ein Knaller. Jüngstes Beispiel für solche Praktiken war Westwoods Command & Conquer 3, dessen farblose Übersetzung den Spielspaß minderte. Aber zum Glück überwiegt mittlerweile die Qualität bei den übersetzten Versionen. So kommen sogar namhafte Synchronsprecher zum Einsatz, wie beispielsweise Arne Elsholtz ("Stimme" von Tom Hanks) bei Discworld 2 oder die Synchronstimme von Bruce Willis in Infogrames Outcast.
 
Die Kehrseite der Medaille:
Dass die Lokalisierungen an Quantität wie Qualität gewonnen haben, ist zweifellos eine positive Entwicklung. Weniger schön ist aber, dass man dafür jetzt schwerer an englische Originalversionen herankommt. Liebhaber der englischen Sprache müssen lange suchen, bis sie ihr Lieblingsspiel auch in Englisch erhalten. Da die Nachfrage nach englischen Versionen mit dem Aufkommen von übersetzten Fassungen abgenommen hat, muss man zumeist noch einen satten Auspreis für die Originalversion hinlegen. Gerade im Zeitalter des Internet eine unbefriedigende Entwicklung.
Links:
Mehr unter:
C&C 3,

Civilization,

Monkey Island
Besser im Original:
Half-LifeDabei bieten englische Versionen handfeste Vorteile gegenüber übersetzten. So lässt sich sicherstellen, dass kein bisschen Wortwitz des Originals bei der Übersetzung verlorengeht. Auch die Stimmen wirken oftmals kerniger und überzeugender als in der deutschen Fassung. Heikle Angelegenheit: um einer Indizierung auf dem deutschen Markt zu entgehen, wird in deutschen Versionen immer häufiger zensiert und umprogrammiert. Da werden aus menschlichen Gegnern plötzlich Roboter (u.a. Command & Conquer 3, Half-Life), Blut ändert seine Farbe in Lila oder Grün (u.a. Tomb Raider 3) oder moralisch bedenkliche Szenen und Animationen werden einfach rausgeschnitten (u.a. Begegnung Hitlers mit Einstein in Command & Conquer 2). In Amerika sorgen solche Änderungen für Heiterkeit, manche Firmen haben in der Vergangenheit schon öfter damit gezielt Werbung betrieben, frei nach dem Motto: "Kauft dieses Spiel! In Deutschland schon verboten!" Um in den Genuss der ursprünglichen Fassung zu kommen, muss der genervte Spieler zum Original greifen.
Aber es geht nicht nur um Importversionen, um einer immer stärker werdenden Bevormundung aus dem Wege zu gehen. Vielmehr sollte generell die Möglichkeit bestehen, auch englische Titel zum gleichen Preis wie eingedeutschte beziehen zu könnnen. Hoffnung gibt es in Form der DVD: darauf böte sich genug Platz, um mehrere Sprachversionen unterzubringen - sofern die Hersteller mitspielen und das Medium sich auf dem Spielemarkt durchsetzt, versteht sich.
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