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Das Ende der POWER PLAY
Power PlayAnfang März schloss die Online-Version der ältesten deutschen Spielezeitschrift, Power Play, ihre Pforten und besiegelte damit endgültig das Ende einer Erfolgsgeschichte, die vor über 13 Jahren begann. Bereits im April 2000 war die letzte Print-Version des Magazins erschienen, das u.a. aufgrund eines immer härteren Konkurrenzkampfes unter schwindenden Leserzahlen gelitten hatte. Ein komplettes Re-Design des Magazins nur wenige Monate vor ihrem Ende brachte leider nicht mehr den erhofften Umschwung. Fragt sich nur, wie es soweit kommen konnte, dass die einstige Institution Power Play vom Future Verlag den Hahn zugedreht bekam.
 
Die Anfänge in den 1980ern:
Heinrich Lenhardt, Michael HengstEnde 1983 erschien im Markt & Technik-Verlag erstmals die Computerzeitschrift "Happy Computer", in der auch eine Rubrik für Spiele enthalten war. Da es zu dem Zeitpunkt keine richtige Spielezeitschrift gab, stieß diese Spielerubrik, die den Namen "Power Play" trug, im Laufe der Zeit auf immer mehr Interesse. Bis sich schließlich 1988 die Power Play, wenn auch noch als Happy Computer-Sonderheft, selbständig machte (ebenfalls Markt & Technik-Verlag). Von da an entwickelte sich die plattformübergreifende Power Play zur Referenz in Sachen Spielekompetenz, aber nicht nur, weil es bis auf die schlechtere ASM an Konkurrenz lange Zeit mangelte. Nein, die Berichte waren kompetent und locker geschrieben, der Wertungskasten suchte seinesgleichen und die Redakteurs-Bildchen, die je nach Güte des Spiels einen anderen Gesichtsausdruck zeigten, wurden zum Markenzeichen der Zeitschrift.
 
Power Play - Besonders empfehlenswert:
Besonders empfehlenswertEin weiteres Aushängeschild waren die beiden Prädikate "POWER PLAY - Besonders empfehlenswert" für besonders gute und "POWER PLAY-Gurke" für besonders schlechte Spiele. Vor allem das Empfehlenswert-Prädikat war heiß begehrt - auch von Seiten der Spielehersteller, die das Prädikat ausgiebig zu Werbezwecken nutzten.
Für viele Leser war auch das Redaktions-Team der Power Play unverwechselbar mit dem Magazin verbunden. Namen wie Heinrich Lenhardt, Boris Schneider, Martin Gaksch, Anatol Locker (die 4 Gründungsmitglieder), Michael Hengst, Volker Weitz, Winfried Forster oder Knut Gollert rufen nostalgische Erinnerungen wach. Der Job des Spielezeitschrift-Redakteurs wurde schnell zum Traumberuf. Die Power Play war für die Redakteure nicht selten das Sprungbrett in die Spieleindustrie oder zu anderen Zeitschriften. Stellvertretend seien hier Peter Steinlechner und Michael Galuschka genannt, die mit Jörg Langer von der "PC Player" zu den Gründern der "GameStar" (Ende 1997) gehörten.
 
Die Zeiten ändern sich:
Monkey Island 2-Test...Natürlich blieb der Erfolg der Power Play, die lange Zeit das meistgekaufte und meistgelesene Spielemagazin am Markt war (von 11/91 bis 03/95), nicht ohne Folgen. So entstanden in den Jahren darauf weitere Spielezeitschriften, wie z.B. PC Joker oder PC Games, die der Power Play den Rang streitig machten. Der größte Konkurrent erwuchs der Power Play aber 1992 durch zwei ehemalige Mitglieder der Zeitschrift, Heinrich Lenhardt und Boris Schneider, die mit ihrer "PC Player" schnell Branchenlieblinge wurden.
Ein weiteres Problem waren die vielen Veränderungen, die an der Power Play vorgenommen wurden. So erforderte der wachsende PC- und sterbende Amiga-Markt eine Neuorientierung des Magazins - der Wandel zur reinen PC-Zeitschrift Mitte der 90er (04/95) vergraulte somit die Konsolen-Fans. Zudem sank nach dem Weggang vieler Gründungsmitglieder die Halbwertszeit der Redakteure rapide, was zu abnehmender Indentifikation mit der Zeitschrift führte. Das Layout änderte sich in den 90ern mehrmals, inklusive des Logos, der Prädikate sowie der Wertungs- umd Meinungskästen. Natürlich waren Veränderungen angesichts (konkurrenz-) technischer Änderungen auf dem Spiele- und Zeitschriftenmarkt notwendig, aber unterm Strich kam das so geschätzte "Feeling" der Zeitschrift abhanden, was viele letzten Endes wohl auch mit einem Qualitätsrückgang gleichsetzten.
Details:
Erstausgabe:
1988 (als Sonderheft)

Endausgabe:
April 2000

Links:
Power Play,
PP-Forum,
Lenhardt.net,
Tipp: Kultpower.de
Was bringt die Zukunft?
...und WertungNach dem Ende der Print-Ausgabe konnte sich die Online-Version noch bis Anfang März diesen Jahres behaupten. Trotz wachsendem Erfolg von PowerPlay.de, sah sich der (in der Zwischenzeit ebenfalls gewechselte) Future Verlag dazu gezwungen, das Online-Angebot einzustellen. Kleiner Trost: Das Forum der PP wird unter neuer Adresse bis auf Weiteres weiterbestehen (s. Link im Detail-Kasten). Wie der letzte Chefredakteur der Power Play, Jan Binsmaier, in einem Interview erklärte, sei die Zukunft der Redaktionsmitglieder noch ungewiss. Es ist aber wahrscheinlich, dass wir sie bei einer anderen Publikation wiedertreffen werden. Ein Wiedersehen mit der Power Play ist indes aber eher auszuschließen.
Was die "alten Hasen" des Magazins angeht, so sind auch sie (so weit ich weiß) alle noch der Computer- und/oder Spielebranche erhalten geblieben. Heinrich Lenhardt arbeitet derzeit als freier Journalist und US-Korrespondent im Auftrag mehrerer Spielezeitschriften; Boris Schneider ist für Microsoft tätig; Volker Weitz arbeitet bei der Bravo ScreenFun und Michael Hengst ist im Internet-Bereich anzutreffen. Auch nach dem betrüblichen Ende des einstigen Wegbereiters Power Play werden wir Teile von ihr also auch in Zukunft noch wiedertreffen.
© 19.03.2001 by CE

 
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