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Review zu:
Splinter Cell
  Die Basis für PC-Spiele  





 
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Spielender Terror?
FS 2002Die verheerenden Ereignisse in den USA vom 11. September haben viele Menschen und deren Weltbild im Kern erschüttert. Der Terror hat eine neue „Qualität“ erhalten: noch unvorhersehbarer, vernichtender und maßloser als jemals zuvor. Da scheint es fast anmaßend, sich in solch schweren Zeiten noch über etwas derart Triviales wie PC-Spiele zu unterhalten. Und doch genau das ist passiert – allerdings nicht von Seiten der Spieler oder Spielehersteller, sondern von Seiten der US-Kritiker, die in ihrer Suche nach Antworten auf das Unbeantwortbare ein PC-Spiel für die barbarischen Anschläge mitverantwortlich machen. Das Groteske an der Sache ist aber, dass es sich bei dem kritisierten Spiel nicht etwa um einen dieser gewaltverherrlichenden 3D-Shooter handelt, sondern um Microsofts pazifistischen Flight Simulator. Doch die Branche hat auf diese Vorwürfe und die Vorfälle in den USA längst reagiert...
 
Nur Fliegen ist schöner:
Soldier of Fortune 2Die Kritiker sind der Ansicht, dass die Terroristen ein paar virtuelle Flugstunden auf dem Simulator genommen hätten, um ihre Anschläge zu trainieren. Der realistische 3D-Flugsimulator ist in der Tat bekannt dafür, das Fluggeschehen recht detailgenau wiederzugeben und setzt als Authenzitäts-Bonus auf real existierende Flieger und Landschaften. Darunter befinden sich natürlich auch die beiden weltbekannten Türme des World Trade Centers - das ideale Spiel für Terroristen? Microsoft selbst weist freilich die Vorwürfe als "hochspekulativ" von sich, hat aber schon mal zur Vorsicht alle Screenshots von seiner Website entfernt, die Abbildungen des World Trade Centers enthielten. Noch im Herbst diesen Jahres soll mit Flight Simulator 2002 eine Fortsetzung des beliebten Spiels auf den Markt kommen, das mit Sicherheit neue Standards in Sachen (grafischen) Realismus setzen wird.
 
Eine Frage des Realismus:
CounterstrikeIn dem Zusammenhang drängt sich einem unwillkürlich die Frage auf, wie realistisch ein Spiel sein darf. Da wären zum einen die 3D-Shooter, deren grafische Darstellung und der teilweise recht ausgeprägte Tötungsrealismus wie bei Soldier of Fortune seit jeher für Empörung bei Eltern und Pädagogen gesorgt haben. Das an sich geniale Counterstrike handelt gar vom Kampf gegen Terroristen. Weniger Realismus scheint da mehr. Und zum anderen gibt es die Simulationen, die eigentlich nicht realistisch genug sein können. Sowohl im Rennspiel- als auch Flugsimulationenbereich ist ein Höchstmaß an Realismus gleichbedeutend mit Qualität, ohne die sich kaum ein Blumentopf gewinnen lässt. Aber bislang hätte es nie jemand in Erwägung gezogen, diesen Realismus als etwas Bedrohliches anzusehen. Ganz im Gegenteil, denn die amerikanischen Militärexperten von Jane's haben beispielsweise selbst Simulationen mit Hilfe von akkuraten Militärdaten entwickelt. Oftmals werden Simulationen auch zu Lehrzwecken in der miltärischen und zivilen Luftfahrt verwendet.
 
Das Ende des Realismus?
FS 2002Doch selbst gesetzt den Fall, die Terroristen hätten den Flight Simulator als Übungsprogramm benutzt, stellt sich die Frage, was zu tun ist. Realistische und dazu noch völlig gewaltfreie Spiele verbieten? Wohl kaum eine adäquate Lösung, zumal ein Experte der BBC bestätigte, dass ein Spiel noch so realistisch sein kann und trotzdem nicht auf die reelle Situation ausreichend vorbereite. Im Fall der Fliegerei seien Start und Landung das Kniffligste; wer schon mal ein leichtes Flugzeug gesteuert habe, finde sich nicht zuletzt aufgrund der großen Standardisierung in allen Flugzeugen schnell zurecht. Um die Airliner dann auf das World Trade Center zu navigieren, wären mehr Cleverness als Professionalität vonnöten gewesen. Das dazu nötige Wissen könne man jemandem in einer halben Stunde beibringen, so der Experte.
Links:
Zum engl. Artikel bei:
BBC

Keine Gewalt
Schlaue Spieler
Die Branche regt sich:
FS 2002Bei allem Realismus in PC-Spielen - auch Vertreter der Spieleindustrie meinen, dass Spiele noch immer unrealistisch seien und man daher den Schluss von Spiel auf Terrorismus nicht ziehen könne. Niemand könne ernsthaft glauben, dass ein Videospiel bei dieser Tragödie eine Rolle gespielt habe, so die Auffassung in einem Statement gegenüber The Adrenaline Vault. Andere zeigten sich außerdem frustriert darüber, dass die Spieleindustrie immer als Sündenbock für Gewaltausbrüche herhalten müsse. Dabei haben fast alle namhaften Hersteller Konsequenzen aus den Ereignissen gezogen. In New York angesiedelte Spiele würden entsprechend abgeändert, Kriegsspiele wurden teilweise auf unbestimmte Zeit verschoben und ein Betreiber von Online-Spielen will 5 Prozent der Einnahmen aus der Seite dem Amerikanischen Roten Kreuz spenden. Manche fragten sich, welche langfristigen Folgen die Terror-Anschläge auch für Spiele haben werden. Weniger Gewalt und mehr sensiblere Themen? Man wird sehen, hoffen wir nur, dass es wieder eine Zeit geben wird, in der man unbesorgt über Spiele reden kann...
© 18.09.2001 by CE

 
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