GameQuarters.de
 
Handyzubehör zu spitzen Preisen bei www.gsm-welt.de: Der Shop für LCDs, Covers, Akkus, Datenkabel und vieles mehr. Für alle Geräte wie z.B. Siemens oder Nokia.
Review zu:
Splinter Cell
  Die Basis für PC-Spiele  





 
powered by
[otherworld]
 
Medal of Honor - Allied Assault
Auf der LauerSpätestens seit Steven Spielbergs "Der Soldat James Ryan" erleben Kriegsfilme eine Renaissance, nachdem es lange Zeit still um sie gewesen war. Authentische Kriegsspiele waren jedoch bislang absolute Mangelware, da die meisten Shooter auf Rasanz, tonnenweise Action und Blut anstatt auf zuviel Realitätstreue setzen. Die ersten beiden Attribute besitzt Medal of Honor - Allied Assault auch, fügt aber noch den geschichtlichen Hintergrund dazu und versetzt die Handlung ins Jahr 1944, kurz vor der Landung der Alliierten Truppen in der Normandie (dem sog. D-Day). In der Rolle von Lieutenant Mike Powell erlebt man dabei erstmals die Wirren des Krieges hautnah aus Sicht eines Soldaten. Entwickler 2015 verzichtet dabei aus Respekt vor den tragischen historischen Ereignissen bewusst auf Splatter-Effekte anderer Shooter, aber auch sonst ist bei Medal of Honor nicht alles wie bei anderen Spielen - doch eins nach dem anderen.
 
Grafik & Sound:
FrankreichFür die Grafik lizenzierte 2015 die Quake III-Engine und entwickelte sie konsequent weiter. Statt bunter Fantasie-Levels erwarten den Spieler erstaunlich detailgetreue Gegenden in Ländern wie Marokko, Frankreich oder Norwegen, die das "Mittendrin"-Gefühl gut rüberbringen. Vor allem die Landung am Omaha-Beach und die zerstörten Häuserschluchten in der Normandie erinnern frappierend an oben genannten Kriegsfilm. Auch die Charakter-Animationen sind gelungen und anhand der detailreichen Texturen lassen sich Gegner leicht unterscheiden. Auch Schneefall, Regen und gewaltige Explosionen ist für die Engine kein Problem. Besonderes Augenmerk gilt aber dem kinoreifen Sound, der mal leise und mal zackig militärisch daherkommt. Jede Waffe verfügt über eigene Soundeffekte und auch die Sprachausgabe ist glasklar (in der englischen Version sprechen die Nazis Deutsch).
 
Spielen in Zeiten des Krieges:
U-Boot-StützpunktEine richtige Story gibt es in Medal of Honor nicht - vielmehr treibt Ihr die Story als Lt. Mike Powell durch Eure Einsätze voran. In sechs lose miteinander verbundenen Missionen, die wiederum in mehrere Levels unterteilt sind, kämpft Ihr auf alliierter Seite gegen die Achsen-Mächte. Jeder Einsatz wird durch ein kurzes Briefing eingeleitet, ansonsten geizt das Programm mit Zwischensequenzen (abgesehen vom Intro). Nach einem kurzen Tutorial geht es direkt zum ersten Einsatz, den Ihr sofort mit mehreren Kameraden an Eurer Seite bestreitet. Die virtuellen Mitkämpfer verhalten sich dabei nicht immer allzu geschickt und laufen auch schon mal genau in die Schussbahn des Feindes. Hingegen kann die Gegner-KI überzeugen, da sie unter Beschuss in Deckung gehen, Hilfe herbeirufen oder auch blindlings aus der Deckung auf Euch feuern. Die meisten Missionen sind in mehrere Abschnitte und Ziele unterteilt. So gilt es z.B. geheime Unterlagen zu stehlen, neue Waffentechnologien auszuspionieren oder diese unschädlich zu machen. MOH bietet dabei reichlich Action, aber wer das Verhalten eines Berserkers an den Tag legt, wird nicht weit kommen - zu zahlreich sind die Gegner und an manchen Stellen lauern Scharfschützen. Dafür kann man ab und an von stationären MG-Nestern Gebrauch machen und in einer Mission legt man mit einem entwendeten deutschen Panzer seine Umgebung in Schutt und Asche. Nur selten ist ruhigeres Vorgehen vonnöten, wenn z.B. mit einer deutschen Uniform eine feindliche Basis infiltrieren und sich entsprechende Papiere besorgen muss.
 
Gerüstet für den Kampf:
Omaha BeachDie Levels wurden mit viel Liebe zum Detail entwickelt, auch wenn es an der Interaktion mit Gegenständen in der Umgebung mangelt. Highlight des Spiels ist zweifelsfrei die Landung der alliierten Truppen in der Normandie. Mit fast schon beängstigender Intensität stellt das Spiel den historischen Einsatz nach - sobald die Klappe der Landungsboote aufgeht, bricht die Hölle in Form von einsetzendem MG-Feuer der Deutschen los. Man stirbt sprichwörtlich tausend Tode, bis man es zum Strand schafft, um einen herum ein Chaos aus MG-Rattern, Explosionen und sterbenden Kameraden. Auch die weiteren in Frankreich angesiedelten Levels könnten dem "Soldaten James Ryan" entstammen. In den grauen, zerbombten Häuserschluchten kommt es zu vielen kleineren Scharmützeln und überall lauern Scharfschützen.
Um sich all dieser Widrigkeiten zu erwehren, darf man auf diverse historische Schießprügel zurückgreifen. Das Repertoire reicht von der schallgedämpften Pistole über das Thompson Maschinengewehr und zwei verschiedenen Handgranaten bis hin zum äußerst wichtigen Scharfschützengewehr. Gegen Panzer hilft der gleichnamige "Panzerschreck" wahre Wunder. Jede Waffe benötigt ihre eigene Munition und muss nachgeladen werden - gerade beim Panzerschreck oder beim Scharfschützengewehr dauert das Nachladen wertvolle Sekunden. Das vorzeitige Ableben wird durch herumliegende Verbandskästen verhindert. Außerdem gibt ein kleiner Kompass über die Richtung Auskunft, in der das nächste Missionsziel liegt. Eine Automap wird damit überflüssig, ohnehin sind die Level nicht allzu verwirrend aufgebaut.
Details:
Hersteller:
2015

Webseite:
MOHAA,
Demo-Version

Genre:
Action

Grafik:
sehr gut

Sound:
sehr gut

Spieltiefe:
befriedigend

Wertung:
sehr gut

Mehr unter:
Pics
Cheats
Pro & Contra:
NorwegenMedal of Honor macht trotz des ernsten Hintergrundes jede Menge Spaß, auch wenn das Programm nicht ganz frei von kleinen Designsünden ist. So sind die recht linearen Missionen schnell bewältigt, zu schnell sieht man den Abspann. Wobei "Abspann" gnadenlos übertrieben ist - ein einfacher schwarzer Bildschirm mit dem lapidaren Worten "The End" stellt den Spieler vor vollendete Tatsachen. Das Fehlen weiterer Zwischensequenzen sowie die relativ interaktionsarmen Levels nehmen leider ein Teil der ansonsten dichten Atmosphäre, die durch das stimmige Ambiente und den hervorragenden Sound generiert wird. Das authentische Szenario sorgt an manchen Stellen für Gänsehaut, wobei die KI der eigenen Mannen etwas besser hätte sein können.
Dennoch bietet Medal of Honor eines der intensivsten Shooter-Erlebnisse der letzten Zeit, wobei ein Level-Editor sowie der Multiplayer-Modus auch nach dem Absolvieren der Single-Player-Kampagne bei der Stange halten dürften. Positiv ist zudem, dass das Spiel auf unnötige Splatter-Effekte oder Amputations-Animationen, wie man sie in anderen Shootern des Genres findet, gänzlich verzichtet. Doch auch ohne derlei Effekte ist Medal of Honor nichts für jüngere Spieler, da man es nicht einfallenden Horden sabbernder Aliens sondern "realen" Gegner zu tun hat. Wer sich aber für 3D-Shooter oder das historische Szenario interessiert und aus sicherer Distanz einmal den "Soldaten James Ryan" nachspielen will, sollte zugreifen.
© 16.04.2002 by CE

 
top