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Runaway
RunawayDas Genre der klassischen Grafik-Adventures war von vielen schon vor längerer Zeit für klinisch tot erklärt worden, doch statt dessen schlummerte es nur in einer Art Dornröschenschlaf und wartete auf einen Prinz, der des Weges kam um es wachzurütteln. Ähnlich wie im Märchen war aber nicht sicher, ob so etwas noch Wirklichkeit werden würde, denn das Adventure Runaway der spanischen Pendulo Studios war schon fertiggestellt, drohte aber mangels Publisher nicht in Deutschland zu erscheinen. Schließlich fand man in DTP einen geeigneten Partner, der das Adventure aufwändig lokalisieren ließ und Ende letzten Jahres doch veröffentlichte. Letzlich haben sich die Mühen aber gelohnt, denn Runaway entpuppte sich als Überraschungs-Erfolg.
 
Story:
Kapitel 1Der Held des Spiels heißt Brian Basco, der uns die (interaktive) Geschichte als Rückblick näher bringt. Er befindet sich gerade auf Studienreise durch die USA, als ihm die hübsche Gina vor den Wagen läuft. Wie Brian später erfährt, ist Gina auf der Flucht vor finsteren Mafiosi-Schergen, die auf der Suche nach einem mysteriösen Kruzifix ihren Vater vor ihren Augen umgebracht haben. Gina, die mittlerweile im Besitz des Artefaktes ist, wird dummerweise entdeckt, worauf sie auf die Straße rennt und mit Brians Wagen Bekanntschaft macht. Zunächst bringt Brian die verletzte Gina ins Krankenhaus, wo sie Brian noch auf ihre prekäre Situation aufmerksam machen kann, bevor sie das Bewusstsein verliert. An dieser Stelle übernimmt der Spieler zum ersten Mal die Kontrolle und muss einen Weg finden, Gina aus dem Krankenhaus zu schaffen, bevor die Mörder ihr auf die Schliche kommen.
 
Grafik & Sound:
Kapitel 2Auch wenn das Spiel grafisch einen Schritt zurück zur 2D-Anschit macht, braucht es sich keineswegs hinter den halbherzigen Abstechern in die 3D-Welt wie bei Monkey Island 4 zu verstecken. Das fast komplett von Hand gezeichnete Spiel besticht durch detaillierte Hintergründe und durch butterweiche Animationen aller im Spiel vorkommenden Charaktere. Lediglich die gerenderten Zwischensequenzen fallen aufgrund ihrer schlechten Qualität negativ auf - im Grunde verwunderlich, denn das Spiel erstreckt sich über 3 CDs (die Vollinstallation macht sich mit 2 GB auf der Platte breit). Auch bei der Lippensynchronisation kann es schon mal zu Aussetzern kommen, was aber durch die hervorragende Sprachausgabe wieder wett gemacht wird. Die Musik passt sich meist unauffällig dem Geschehen auf dem Schirm an. Eine Besonderheit bietet der eigens für Runaway eingespielte Titelsong, der aber auf geteiltes Echo stoßen dürfte.
 
Bedienerfreundlich:
Kapitel 3Das Spiel lässt sich durchgängig per Maus steuern, die Tastatur hat währenddessen Pause. Dank intelligentem Mauscursor, der je nach Objekt schon den richtigen Befehl wie "Anschauen" oder "Benutzen" annimmt, geht die Steuerung erstaunlich leicht von der Hand. Möchte man allerdings einen Gegenstand aus dem Inventar benutzen, muss man das Objekt erst per Drag & Drop aus dem Inventar holen - eine etwas gewöhnungsbedürftige Methode. Hat man einen Ort schon einmal aufgesucht, kann man die Wege durch Doppelklick auf den Bildschirmausgang verkürzen, was gerade im späteren Verlauf des Spiels Sinn macht, in dem man desöfteren hin- und herpendeln muss. Erstreckt sich ein Schauplatz auf ein größeres Areal, kann man per Übersichtskarte schnell zwischen den Locations wechseln.
 
Rätsel mit Köpfchen:
Kapitel 4Natürlich gibt es im Laufe der sechs Kapitel auch einiges zu knobeln. Ob im Krankenhaus, im archäologischen Museum oder in der Wüste - ohne Köpfchen tritt Brian und bald auf der Stelle. Die meisten Rätsel sind glücklicherweise auch schön logisch geraten und lasen sich, teils durch Kombinieren von Objekten im Inventar, gut lösen. Manchmal hilft auch ein Gesprächshinweis weiter oder einfach nur, sich einen noch unbekannten Gegenstand im Inventar anzuschauen, worauf Brian eine Beschreibung zum Besten gibt. Wie viele andere Adventures auch, ist Runaway streng linear aufgebaut, so dass sich die Puzzles nur in einer vorgegebenen Reihenfolge lösen lassen. Das hat allerdings den Nachteil, dass oft Objekte erst dann "sichtbar" werden, wenn Brian sie auch wirklich braucht. Hat man einmal ein Behältnis wie z.B. einen Mülleimer einmal untersucht und nichts gefunden, muss es nicht heißen, dass er wirklich nichts enthält. Diese ungewöhnliche Freischaltepolitik von Objekten kann manchmal zu Verwirrung und wildem Hin- und Hergerenne zwischen den Schauplätzen ausarten, weil sich der passende Gegenstand einfach nicht finden lässt.
Details:
Hersteller:
Pendulo Studios

Website:
Runaway

Grafik:
gut

Sound:
gut

Spieltiefe:
gut

Wertung:
sehr gut

Mehr unter:
Pics
Cheats
Adventures
Pro & Contra:
Kapitel 5Letztlich überwiegen aber klar die positiven Aspekte von Runaway. Sieht man von den der starken Linearität, der relativ kurzen Spieldauer ab und dem im Vergleich zu Baphomets Fluch mäßigem Wortwitz der Dialoge ab, bleibt immer noch nichts weniger als das beste Adventure des Jahres übrig. Runaway beendet die lange Durststrecke, die Fans des Adventure-Genres durchleiden mussten, und setzt gekonnt auf "alte" Tugenden wie schöne 2D-Grafik und hohen Bedienungskomfort. Da macht es auch nichts, dass Charles Cecil, Gründer der britischen Revolution Studios und Entwickler der bekannten Baphomets Fluch-Reihe, das 2D-Adventure für überholt erachtet. Denn die sympathischen und teils schrulligen Charaktere wie die Transvestiten-Gruppe, die motivierende Story und die logischen Rätsel sorgen für gepflegten Adventure-Spaß auch abseits von bahnbrechenden Innovationen.
Der Erfolg des Spiels lässt nun einen zweiten Teil immer wahrscheinlicher werden. Noch ist nichts konkretes bekannt, aber Gerüchten zufolge sind sowohl die Entwickler Pendulo Studios und Publisher DTP einer Neuauflage nicht abgeneigt. Bis es soweit ist, erfreuen wir uns weiterhin an Runaway und schauen schon einmal hoffnungsvoll in eine gar nicht mehr so düstere Adventure-Zukunft - Richtung Baphomets Fluch 3.
© 23.02.2003 by CE

 
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